Lago Titikaka

Während meiner Reise durfte natürlich auch ein ufenthalt in Puno, der kleinen Stadt am Titikaka-See, nicht fehlen.

Der See ist für seine vielen (teilweise schwimmenden aus Schilf gebauten) Inseln bekannt.  So bin ich also Mittwoch morgen mit dem Nachtbus aus Cusco angekommen und direkt aufs Schiff gegangen um eine mir die selbstgebauten Uros sowie zwei weitere Inseln anzuschauen und auf einer von ihnen bei einer lokalen Familie zu schlafen.

Zunächst auf den floßähnkichen Inseln zu stehen und von den Einheimischen in einem selbst gebauten Boot über den See gefahren zu werden und dann etwas über die ganz verschiedenen Kulturen und Traditionen der Bewohner zu lernen war echt interessant. So stricken auf einer der Inseln zum Beispiel alle Männer während die Frauen kochen oder die Wolle herstellen.

Am zweiten Tag hatten wir Glück, denn auf der Insel auf der wir übernachtet haben gab es ein großes Fest. Zu dem sind alle zu dem höchsten Punkt der Insel gelaufen um dort in traditioneller Tracht ein Ritual abzuhalten. Dazu wurde der platzierte mit einem bestimmten Rauch gereinigt und dann eine Flüssigkeit aus verschiedenen fermentierten Pflanzen versprüht. Danach mussten sich alle drei Coca-Blätter heraussuchen und diese Zu dem Schamanen bringen, welcher diese auf eine bestimmte Art den Göttern geopfert hat. Dafür durfte man sich dann etwas wünschen.

Nach dem Ritual haben typisch, im freien Mittag gegessen: verschiedene Sorten von Kartofgeln, Bohnen und Mais.

Der Rückweg war auch sehr sehenswert, der See ist nämlich an sich schon echt schön anzusehen – noch toller sieht es aber bei Sonnenuntergang aus.

Zum Abendessen habe ich mich mit den Leuten von der Tour getroffen und wir haben frisch gefangene Forelle aus dem See gegessen. Nach einer entspannten Nacht (Einzelzimmer im Hotel) ging es für mich weiter nach Copacabana wo ich einem schönen Nachmittag mit herumlaufen und dem besteigen eines Berges um die schöne Aussicht zu genießen verbracht habe.

Zuvor musste ich aber die Grenze von Peru nach Bolivien überqueren – eigentlich kein Problem. Aber da ich länger als die vorgeschriebenen 90 Tage in Peru war musste ich pro Tag den ich länger da war 1$ bezahlen. Dies musste ich in cusco machen und da ich dort noch nicht genau wusste wann ich Ausreise habe ich einfach mal geschätzt. Nun wollte ich Das Land einen Tag früher verlassen, was der Beamte an der Grenze gar nicht verstehen konnte und mit erst keinen Ausreise Stempel geben wollte, da ich ja für einen Tag länger bezahlt hatte. Nachdem er aber 20 Minuten mit jemandem telefoniert und mir und dem Bus-Guide gefühlte 100 mal das gleiche erzählt hatte (ich könnte mich ausreisen da ich für einen Tag länger bezahlt habe) gab er mir dann den Stempel und ich könnte ohne weitere Probleme nach Bolivien einreisen.

Nun ist meine Zeit in Peru also zu Ende. Ich war insgesamt 114 Tage dort, habe 16 Städte besucht, nette Leute kennen gelernt, viel erlebt und insgesamt 143 Stunden (das sind knapp 6 Tage!) im Bus gesessen. Trotz einiger Tiefen, Missverständnissen und Problemen habe ich meine Zeit in diesem so vielseitigen Land sehr genossen. Bin nun aber auch froh ein neues (und trotzdem bekanntes) Land kennen zu lernen, eine andere Kultur zu erkunden und  etwas neues zu erleben.

Nun bin ich in La Paz und treffe mich morgen Mittag mit meiner alten Gastfamilie Zum Mittagessen. Ich bin schon super gespannt wie das so ablaufen wird – ob sie sich verändert haben und alles wieder zu sehen.

 

 

Europäer inmitten der Inka – Tourismus in Peru

Peru ist eins der günstigsten Länder zum Reisen in Südamerika. Viele archäologische Stätte, Museen sowie die unterschiedlichen Landschaften locken viele Reisende in dieses so vielfältige Land, welches viel mehr als Machu Picchu und Meerschweinchen auf dem Teller zu bieten hat.

So auch mich. Mein relativ langer Aufenthalt im noch eher untouristischen Norden Perus (immerhin 2 Monate) hat mich begeistert: Die Menschen sind (meistens) super freundlich, hilfsbereit und viele leben/kleiden sich noch sehr nativ.
Das von Reis und Hühnchen geprägte Essen schmeckt super, wenn man sich an drei Mahlzeiten mit Reis und Bohnen gewöhnt hat. Überall auf der Straße werden kleine Snacks super günstig verkauft.
Die Landschaft Perus reicht von Küste und Wüste über Gebirge bis zu westlichen Metropolen.
Neben den Inka haben viele weitere Kulturen, sowie die Spanier, viel Kultur und Gebäude/Ruinen hinterlassen.

Als ich den Norden Perus verlassen habe und nach Lima gegangen bin hatte ich einen kleinen Kulturschock: Alles war viel beschäftigter, größer und unpersönlicher. Die Leute erschienen mir unfreundlicher und die Stadt weniger zugänglich.
Dieses Gefühl wurde noch verstärkt als ich über die sehr touristischen Städte (Paracas und Huacachina) nach Cusco gereist bin.
man merkt, wie abhäng und  die Leute vom Tourismus sind, und trotzdem ist alles unpersönlicher, obwohl die Mehrheit der Bewohner vom Tourismus lebt behandeln sie die Ausländer nicht unbedingt nett.
Ich hatte sehr oft das Gefühl, dass die Einheimischen sich nur traditionell kleiden und Lamas oder Lämmer für Fotos durch die Gegend schleifen um Geld von den Touristen zu bekommen, nicht weil es tatsächlich ein Teil ihrer Kultur ist.
Außerdem ist alles viel teurer. Das ist mir besonders hier in Cusco aufgefallen.

Während ich in Cajamarca und Chiclayo mit offenen Armen empfangen und von Familien zum Essen eingeladen wurde wollen die Einheimischen in Cusco so wenig wie möglich mit den Touristen zu tun haben, außer sie können uns mit hohen Preisen und schlechten Service über den Tisch ziehen.
Auch Englisch war den Leuten im Norden geläufiger als hier, obwohl es in Cusco sehr viele Touristen gibt die kein Wort Spanisch sprechen. Generell finde ich die Tour-Guides im Norden besser informiert und freundlicher.

All dies hat meine Begeisterung von Peru ein bisschen getrübt, warum ich mich jetzt auch umso mehr freue nach Bolivien und später nach Chile zu reisen. Ich hoffe dort nochmal die Möglichkeit zu bekommen mich in das Land (mit Kultur, Menschen und Landschaft) zu verlieben, wie es im Norden der Fall war.

In Peru habe ich nun zusätzlich die Möglichkeit bekommen den Tourismus aus einer anderen Perspektive zu sehen, durch das Arbeiten im Hostel in Cusco und im Park/Hostel in der Nähe von Machu Picchu. Dort habe ich mitbekommen wie egal es den Angestellten meistens ist, wie es den Touristen/Kunden geht, Hauptsache sie bezahlen.
Obwohl ich diese Einstellung schon einige Male bevor ich in Cusco angekommen bin gemerkt habe dachte ich doch immer, dass die Angestellten nur einen schlechten Tag hatten oder es ein Einzelfall ist. Doch ich muss sagen, dass mir das im Süden immer öfter passiert ist.
Dieses Vorkommen kann ich mir jedoch nicht richtig erklären, klar die Touristen bringen Geld mit sich und da die Mehrheit der Peruaner noch immer ziemlich arm ist sehen sie die Möglichkeit ihr Leben durch uns ein bisschen zu verbessern, indem sie uns Unmengen an Geld für eigentlich relativ günstige Sachen bezahlen lassen (so kostet der Eintritt oft für Peruaner die Hälfte, der Zug nach Aguas Calientes weniger als 5% für Peruaner und selbst auf dem Mark bekommen Peruaner bessere Preise).
Klar durch den Tourismus verändert sich viel in Peru, es ist eine der Haupteinnahmequellen, die Kultur wird beeinflusst und viele alte Traditionen sterben aus da die Jugendlichen immer mehr wie die westlichen Touristen sein wollen. Diese Veränderung findet natürlich auch nicht jeder gut.
Darum auf Abstand zu Touristen zu gehen macht für mich ja wenigsten noch Sinn, aber uns zu beleidigen oder zu ignorieren verstehe ich nicht. Und das ist mir besonders mit Tour-Guides passiert, wenn ich Fragen zu den Sehenswürdigkeiten hatte und sie anscheinend die Antwort wussten, was ich sehr schade finde.

Cusco – Boleto Turistico

Im Moment bin ich in der alten Inka-Hauptstadt Cusco. Dementsprechend gibt es hier natürlich super viel zu sehen – hauptsächlich Ruinen und Museen über die alte Kultur.
Ich glaube Cusco ist die einzige Stadt weltweit die Touristen dazu bringt Eintritte für archäologische Stätte oder Museen zu bezahlen, die sie gar nicht besuchen.
Da es in und um Cusco so viel Inka-Kultur gibt kam die Stadt vor einigen Jahren auf die Idee ein Touristenticket (Boleto Turistico) zu machen, dieses enthält 16 verschiedene Eintritte, ist gültig für 10 Tage und kostet 130 Soles (gut 37€). Klar ist es praktisch nur einmal für alles bezahlen zu müssen und macht den Eintritt einfacher und schneller (die Peruaner brauchen für gewöhnlich ziemlich lange an Kassen). Doch um einige Ruinen besuchen zu können muss man noch Touren dazu buchen, womit es dann schon relativ teuer wird. Und auch wenn man für den Halben Preis ein Drittel der Eintritte kaufen kann möchte nicht jeder alles besichtigen oder hat die Zeit dafür.
Aber naja, natürlich habe ich mir das Ticket gekauft, da ich dachte, dass es eine gute Gelegenheit ist noch ein bisschen mehr über die Kultur zu erfahren, sowie ein guter Zeitvertreib, da ich insgesamt gut zwei Wochen in Cusco bin.
Und obwohl ich beinahe alle Sehenswürdigkeiten besucht habe, habe ich nicht das Gefühl, dass es sich gelohnt hat: die beinhalteten Museen waren ziemlich schlecht und das was die (größtenteils schlecht informierten) Tour-Guides über die Ruinen erzählt haben habe ich meistens auch schon vorher gehört.

Meistens wird einem nur gesagt, dass die Ruine ein alter Tempel, Militärstützpunkt oder einfach eine Stadt war. man wird auf die riesigen steine hingewiesen, die die Inka teilweise kilometerweit von anderen bergen zu ihrem Bestimmungsort geschleppt haben.
Die Baukunst (die Steine sind exakt geschliffen oder gebrochen um die ohne Mörtel oder ähnliches auf einander zu stapeln) kommt aus Puno oder Bolivien.
Generell haben die Inka zwar viele Kulturen missioniert aber ihnen im Allgemeinen auch viel ihrer rituale gelassen und ihre eigene Kultur um Neuerungen derer  ergänzt.

Neben Machu Picchu habe ich mir 12 weitere Ruinen und drei Museen in und um Cusco angeguckt.
Es ist echt interessant hier in Museen zu gehen, denn entweder sind sie gut und teuer oder erschwinglich und schlecht/langweilig, besonders wenn es um die Inka Kultur geht.
Erstaunlich finde ich, dass auch moderne Künstler die Kultur und Traditionen der Inka (und zur Zeit der Spanier) in ihren Gemälden und Statuen aufarbeiten.

In der nähe der Stadt gibt des einen Mond-Tempel, in dem Rituale zu besonderen Sonne-Mond Konstellationen abgehalten wurden. Dabei scheint der Vollmund durch einen Spalt in dem großen Fels und projiziert den Kopf eines Pumas an die Wand.
Außerdem gab es einen Stein zu sehen, an dem die Inka „die Sonne festgebunden“ haben. Von diesen gibt es im Inkareich einige, denn die Sonne war über lebenswichtig, nicht nur für die Menschen und ihr Essen sondern auch für ihre Religion.
Unser Guide hat uns auch erklärt, dass die Inka sehr viel mit 3 machen… Sie glaubten zum Beispiel daran, dass es drei Welten gibt: eine Art Himmel (symbolisiert durch den Kondor), die Erde beziehungsweise das Inkareich (symbolisiert durch den Puma und nochmals in drei große Bereiche unterteilt) und die Unterwelt (symbolisiert durch die Schlange). Dabei wird aber nicht davon ausgegangen, dass der Himmel besser und die Unterwelt schlecht ist als die Erde; es sind einfach verschiedene Welten mit unterschiedlichen Lebewesen. Darum werden auch Rituale für alle drei durchgeführt und es finden sich viele Hinweise auf dies in den Gebäuden der Inka.

Die Ruine der Inka-Festung Sacsayhuamán schützte zur Inkazeit den am meisten gefährdeten Zugang zur Stadt und diente desweiteren als Repräsentationsort und Militärstützpunkt.
Bauformen wie Nieschenplätze und kreisförmige Arenen weisen auch auf einen Nutzen als Heiligtum hin.
Zur Verknüpfung unserer Welt mit den Göttern haben die Inka Coca und Mais verwendet, dies ist einer der Gründe warum diese zwei Lebensmittel noch immer ein großer Bestandteil der peruanischen Kultur ist.


Die Agrarkultur der Inka, und der heutigen Peruaner immer noch, ist sehr naturell. Sie pflanzen normalerweise ohne großartige Hilfsmittel (Dünger, Maschinen …) und zwar dort wo die Umwelt es am besten zulässt. Darum haben die Inka auch die ganzen Terrassen gebaut, einerseits um neuen Platz zu gewinnen (auf den Abhängen ist es schon schwer was anzubauen) andererseits um an einem Ort möglichst viele verschiedene Sachen anpflanzen zu können.

Des Weiteren war ich in Pisaq und Ollantaytambo Ruinen besuchen, sowie einen Wassertempel.
Obwohl die Ruinen alle einzigartig sind und ihre eigene (wenig erforschte) Geschichte haben wird es mittlerweile ein bisschen eintönig und langweilig. Darum freue ich mich auch mittlerweile richtig Peru am Donnerstag zu verlassen und über Bolivien nach Chile zu reisen.

mit 120km/h durch die Anden

In Cusco bin ich zum ersten Mal in meinem Leben Motorrad gefahren, und zwar durch das Sacred-Valley, zwischen den Anden hindurch.
Das war echt beeindruckend, vom Motorrad zieht man die beeindruckende Landschaft nochmal anders und fühlt sich viel mehr mitten drin als im Bus.
Da ich meinen Führerschein nicht dabei habe konnte ich leider nicht selber fahren, aber dafür hat mich ein Australier, mit viel Motorrad-Erfahrung mitgenommen. Was ziemlich cool war, da wir somit das schnellste Motorrad hatten.

Maras & Moray

Im Valley Sagrado, so wird die Umgebung von Cusco genannt wo viele Inka Ruinen gefunden wurden, habe ich die Maras Salzmienen und die kreisrunde Terassenanlage Moray besucht.

Auf dem Weg dorthin haben wir einen Stop in einem kleinen Dorf gemacht wo uns die Einheimischen gezeigt haben wie sie die Alpacka/Lama Wolle mit natürlichen Farben einfärben, zu Wollfäden und später zu Stoffen/Kleidung verarbeiten.

Danach ging es nach Moray wo die Inka eine beeindruckende Anlage für Agrikultur geschaffen haben: in einem ausgezeichneten See haben sie kreisrunde Terrassen gebaut, in dessen Stufen jeweils ein anderes Mikroklima herrscht. Dies sorgte zur Inka Zeit bis vor 50 Jahren dafür, dass die unterschiedlichsten Sachen (Kartoffeln, Quinoa, Früchte…) an einem Ort angebaut werden konnten obwohl sie andere Ansprüche an ihre Umgebung stellen.

Danach ging es zu den Maras Salzterassen, welche ebenfalls von den Inkan gebaut aber heute immer noch zur Herstellung von Salz genügt werden. Aus Thermal Quellen kommt ein warmer und salzhaltigen Fluss, der systematisch geregelt in die kleinen Becken der Terrassen fließt. Nach, einigen Tagen in denen die Sonne das Wasser verdampft, kann das Salz einfach heraus genommen werden. Es heißt, dass dieses Salz besonders gesund sein soll, darum wird es neben dem würzen auch in Medizin und heilenden Bädern verwendet.

Abenteuerliche (Rück-) Fahrt nach Cusco

Meine Zeit in Mandor ist nun zu Ende. Weihnachten und Silvester waren ein toller Abschluss meines Aufenthalts, in dieser Zeit haben wir viele traditionelle Gerichte gekocht und gegessen, nett zusammen gesessen und die Meerschweinchen die ich dir letzten 2 Wochen gefüttert hatte gegessen…
Obwohl ich ja schon ein paar Mal vorher Cuy gegessen hatte war es dieses Mal schon eine Überwindung..

Obwohl meine Zeit in Mandor sehr interessant und lehrreich war bin ich jetzt super froh, dass es endlich weiter geht; auf Dauer war es mir doch zu still im Regenwald.

Am 02.01 habe ich also gegen Mittag Mandor verlassen, zu Fuß müsste ich wieder die 7km nach Hydroelectrica laufen. Dieses Mal konnte Erwin zum Glück meinen großen Rucksack im Zug mitnehmen.
Von Hydro haben wir dann ein Collectivo nach Santa Teresa genommen um uns mit Gaby (das Mädchen das normalerweise in Mandor arbeitet und über die Feiertage ihre Familie in Chile besucht hat) zu treffen.
In Santa Teresa haben wir dann Zipline zwischen den Anden gemacht – das war super.
Zuerst sind wir mit bis zu 80km die 5 Seile über den Abgund entlang geglitten, dabei hatten wir einen spektakulären Blick auf den Fluss und die Berge. Besonders da wir sie auch aus der Perspektive des Kondors („fliegend“) oder Kopfüber wahr nehmen konnten.
Am Ende gab es noch eine 250m lange Hängebrücke die wir natürlich nicht passieren konnten ohne das unsere Guides dieses ordentlich zum wackeln bringen.
Wir waren nur zu dritt und unsere zwei Guides waren super – haben uns alles erklärt und gezeigt, und nach dem Erlebnis noch ein Bier mit uns getrunken, bevor wir weiter zu den Thermal Quellen gelaufen sind.

Dort haben wir nicht nur den Abend im warmen Wasser entspannt sondern auch gezeltet – ja ich habe im Zelt geschlafen – und es war sogar ganz cool.
Am Morgen wurden die dann von den Schreien einen Aras (Papagei) gedeckt und mussten (diesmal mit dem ganzen Gepäck) gut 1h ins Dorf zurück laufen, dort haben wir auf den Markt gefrühstückt und unsere Busse/Collectivos gesucht.
Für die anderen ging es zurück nach Hydroelectrica und für mich weiter nach Santa Maria um dort weiter nach Cusco zu fahren.
Und die Strecke war echt schön: auf engen Serpentinen sind wir die Anden, am Rand des Regenwalds , entlang gefahren. Zum Glück hat der tolle Ausblick ein bisschen von der Tatsache abgelenkt, dass die Straße sehr eng, die Abgänge ziemlich steil waren und von den Hängen Steine herunter fielen.
Passiert ist aber nichts und so bin ich nachmittags in Cusco angekommen und habe mich auf zum INTRO-Hostel gemacht, in dem ich die nächsten 10-14 Tagen übernachten und arbeiten werde.

Frohes neues Jahr

Ich hoffe ihr habt alle eine schöne Silvester-Feier gehabt und wünsche euch das Beste für das neue Jahr.
Ich bin super gespannt auf 2017, ein aufregendes und spannendes  Jahr das ich zur Hälfte noch in Südamerika verbringen werde und hoffentlich anfange zu studieren (aber erst im Oktober).

Natürlich wird auch hier das neue Jahr mit vielen Parties gefeiert.
Ich war, anders als ursprünglich gedacht, in Aguas Calientes mit Erwin und Libero (auch ein Volunteer, aus Italien) erst essen und danach feiern.
Um 24.00 Uhr haben wir mit Champagner auf einer der Brücken des Dorfs angestoßen und uns das Feuerwerk angeguckt. Natürlich haben auch wir ein bisschen geböllert, obwohl es hier eigentlich verboten ist…
Und, was hier ganz wichtig zu schein ist, haben wir uns gelbe Blumenketten und Kondetti gekauft. Das soll Glück bringen, genau so wie Figuren oder alte Sachen zu verbrennen – das haben wir jedoch leider nicht gemacht…
Nachmittags am 31.12 waren wir, obwohl es relativ kalt war, als Abschieds-Ritual von mir und dem alten Jahr ihm eiskalten Fluss der Mandor-Gärten baden.
Und morgen machen wir wahrscheinlich Zip-Lining um das neue Jahr auf eine abenteuerliche Art einzuleiten.

 

Mandor

Meine Zeit in Mandor ist bald vorbei – über Silvester fahre ich mit Erwin (dem Besitzer und mein „Chef“) wahrscheinlich nach Santa Theresa, ein nah gelegenes Dorf in dem ein bisschen mehr los sein soll als hier.
Danach geht’s für mich weiter nach Cusco, wo ich in einem Hostel ein bisschen arbeiten werde und mir die wunderschöne Stadt mit all ihren historischen Orten ansehen werde.

Meine 4 Wochen hier in den Gärten von Mandor war eine interessante aber oft auch langweilige Zeit. Denn obwohl ich teilweise den ganzen Tag „gearbeitet“ habe hatte ich nie das Gefühl wirklich was getan zu haben, die Ausnahme waren ein paar Tage in denen ich Gartenarbeit machen musste… Schließlich bestand meine Aufgabe darin im Restaurant mitzuhelfen und die Rezeption für das Hostel/den Camping Platz und den Naturpark zu übernehmen.
Normalerweise war aber so gut wie nichts los: ab und zu mal wer der die Gärten besuchen wollte und um den Mittag rum ein paar Leute denen ich Essen servieren musste, teilweise könnte ich beim zubereiten der Gerichte auch mithelfen..

Eins meiner typischen Frühstücks – Reis mit Spiegel Ei und fritierten Bananen.
Zubereitung der Hauptgerichte für unsere Gäste und und gehörte auch zu meinen Aufgaben
Auch (Preis-) Schilder durfte ich neu beschriften/bemahlen

Und obwohl das Haus irgendwie immer schmutzig aussah -im Regenwald gibt es einfach so viele Tiere (Vor allem Schmetterlinge, Moskitos und Käfer)  die immer wieder ins Haus fliegen, die drei Katzen die hier mit uns leben sind auch nicht gerade die saubersten und die laufen Leute mit ihren verschlammten Schuhen auch immer wieder durch das Restaurant- und ich dementsprechend viel putzen musste.

Nicht alle Insekten sind so schön wie dieser Schmetterling..
… Denn auch raupen oder moskitos leben hier im Regenwald.

Also ziemlich eintönige und langweilige Arbeit.
Auch dass ich zum Ende hin ein kleines Projekt bekommen hatte – eine Uhr für den Eingangs Bereich zu machen – hat meine Zeit nicht wirklich spannender gemacht.
Denn die benötigten Materialien waren nie da, so dass wir einen Tag die Farbe selber machen mussten und dafür eine Stunde auf einem Trampelpfad in den Regenwald gelaufen sind um einen Baum zu suchen der bestimmte Nüsse abwirft, welche eingekocht eine dunkle Lasur für Holz sind.

Während meiner Zeit hier habe ich wirklich viel gelernt, zum Beispiel wie man aus Zuckerrohr Sirup herstellt, den besten Orangensaft aus eigens angepflanzten Orangenbäumen macht, Bananen pflückt und reifen lässt, Kaffee herstellt und Meerschweinchen züchtet. Außerdem war es eine echt interessante Erfahrung mal auf den Tourismus von einer anderen Seite zu schauen und zu sehen wir Leute in diesem arbeiten.
Auch die Arbeitsstrucktur in Peru hat mich mal wieder verwundert: hier arbeiten die Leute größtenteils schon richtig ohne lange Pausen, dafür ist die Hierarchie unter den Angestellten beziehungsweise diese zur Familie deutlich zu erkennen. Das Haus/Küchenpersonal darf zum Beispiel mit am Tisch der Familie essen- die Arbeiter (Bauarbeiter und bauern) müssen entweder an einem anderen Tisch oder draußen essen.

Trotz der eintönigen Arbeit war meine Zeit hier schon schön. Schließlich hatte ich neben Machu Picchu noch ein paar weitere Highlights. Zum Beispiel im Wasserfall duschen beziehungsweise in Fluss der Garten schwimmen, die Gärten und der Regenwald im Allgemeinen mit all seinen farbenfrohen Tieren und Pflanzen.
Außerdem sind Erwin und ich einen Nachmittag zu Ruinen auf ihrem Grundstück gewandert, von den Steinen aus hat man einen wunderbaren Blick auf Machu Picchu.

Den Zweck der gestapelten Steine kennt (noch) keiner, man weiß nur dass es von den Inka kommt. Aber die Archäologen scheinen sich (noch) nicht wirklich dafür zu interessieren, obwohl sie Mauer mindestens 2km lang ist und Richtung Machu Picchu zeigt. Und die Familie hat nicht das Geld und die Zeit richtige Nachforschungen und Untersuchungen zu machen.

Frohe Weihnachten (nachträglich)

Bei euch schon vorbei, habe ich von der Weihnachtszeit hier so gut wie nichts mitbekommen, und das obwohl ich dachte, dass Peru (ein ziemlich katholisches) Land diesen Feiertag zelebrieren würde.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich momentan ziemlich abgeschieden wohne und es ziemlich schwer ist hier (Weihnachts-) Sachen hinzubringen. Auf jeden Fall gibt es weder Schokoladen-Nikoläuse noch Weihnachtsmärkte oder Plätzchen…

Auch das Weihnachtsfest lief hier ein bisschen anders ab:
Am 24.12 wird nicht wie bei uns mit einem großen Abendessen in der Familie gefeiert sondern um 24:00 Uhr Champagner oder Sekt getrunken.

Am 25.12 findet dann das eigentliche Fest statt: Morgens wird mit Kakao und Paneton (eine Art großer Stollen mit vielen Rosinen und kandierten Früchten) gefrühstückt. Ich habe mir sagen lassen, dass es vor dem Frühstück normalerweise die Geschenke gibt, die Familie bei der ich gerade bin schenkt sich aber nichts. Da alle im Tourismus arbeiten und an unterschiedlichen Orten wohnen ist es ihnen genug mit der Familie zusammen zu sein.
Mittags haben wir dann -typischer Weise- ein größeres Essen gemacht: Es gab Truthahn mit relativ aufwendigen Beilagen und ich hatte eine Torte zum Nachtisch gemacht (was ohne Ofen und bekannte Zutaten gar nicht mal so einfach war).
Und das war es auch schon. In anderen südamerikanischen Familien wird Weihnachten wahrscheinlich größer gefeiert, aber da das Restaurant und der Park durchgängig geöffnet hatten und auch gut besucht waren mussten wir sogar alle (zwischen dem „feiern“ und essen) arbeiten…

Obwohl nicht viel passiert ist, war es eine interessante Erfahrung Weihnachten ohne ein großes Fest zu feiern und mit den Ansätzen südamerikanischer Kultur.
Dadurch dass ich aber -anders als normalerweise in Deutschland- nichts von der wunderschönen Vor-Weihnachtszeit mitbekommen habe, habe ich ein großes Fest auch nicht wirklich vermisst.

Machu Picchu

Machu Picchu steht wohl bei jedem Peru oder Südamerika Touristen relativ weit oben auf der Bucket-List, so auch bei mir.
Also habe ich mir am Mittwoch ein Tickt gekauft und bin am Freitag Morgen von Mandor (der Naturschutzpark in dem ich im Moment volunteere/lebe) los zum Eingang gelaufen.

Nach der ersten Ticket und Ausweise Kontrolle habe ich mich mit vielen weiteren Besuchern auf den steilen Anstieg zum Haupteingang gemacht.
Nach einer Stunde und gefühlten 5000 Stufen war ich dort und habe mich zunächst auf den Weg, durch die Inka-Ruine, zum Berg „Waynapicchu“ gemacht. Dort dürfen am Tag nur 400 Leute, verteilt auf zwei Gruppen, rauf und den beeindruckenden Blick über die Anlage genießen.

Waynapicchu

Doch dafür muss man eine weiter Stunde nur Treppen steigen was in der Höhe, obwohl Machu Picchu „nur“ auf 2.430m über dem Meerespiegel liegt, gar nicht so leicht ist.
Doch oben angekommen ist es das auf jeden Fall Wert:

Der Blick von oben auf die alte Stadt

Oben, auf der Spitze des Berges, gibt es zahlreiche Aussichtspunkte, die größtenteils noch mit originalen Steinen gebaut sind. Es ist wirklich erstaunlich, wie die Inka damals all diese Steine ohne moderne Technik verarbeiten konnten und noch dazu auf steile Berge geschleppt haben.

Nachdem ich einige Stunden auf dem Berg verbracht hatte um den Ausblick zu genießen und zu frühstücken bin ich wieder herab gestiegen um die Stadt zu besichtigen.

Aber zuerst musste ich das Gelände verlassen und erneut durch den Haupteingang gehen, da (warum auch immer) viele Wege nur in eine Richtung gegangen werden dürfen…

Zurück in der Anlage bin ich zunächst durch den urbanen Teil der früheren Inka Pilgerstätte gegangen. Auffallend ist, dass ein großer Teil der Häuser nur drei Wände hat oder in anderer Form offen gestaltet ist. Das ist darauf zurück zu führen, dass die Inka keinen Privatbesitz kannten, alles gehörte der Gemeinde. Somit hatte zwar jede Familie ihr eigenes Haus, zu welches aber die gesamte Bevölkerung Zutritt hatte, wo gemeinsam gekocht und gefeiert wurde.

Als nächstes kam ich an mehreren Tempeln vorbei, da gibt es welche die dem Kondor (Vogel und Nationaltier Perus), dem Mond oder der Sonne gewidmet sind, was sich in der Architektur durch Statuen oder den Umriss des Gebäudes widerspiegelt. Des weiteren gibt es natürlich einen enormen Haupttempel, welcher aus riesigen Steinen zusammengesetzt ist , sowie weitere religiöse Stätte und Steine.

Haupttempel
Der Kondor-Tempel…
Mit Stein in Form des Vogels

Besonders beeindruckt hat mich der „Stein an dem die Sonne befestigt ist“, dieser diente nicht nur dazu um um gutes Wetter zu beten sondern auch zur Beobachtung der Astronomie.
So sind die Kanten des Steins in die vier Himmelsrichtungen ausgerichtet und zu bestimmten Sonne/Mond-Konstellationen wirft der Stein besondere Schatten, oder auch mal keine.
Dadurch konnten die Inka die Zeit und bestimmte Tage (Monate und Jahre) bestimmen.

Nachdem durchqueren der Haupttür der Stadt kam ich in den landwirtschaftlichen Bereich, welcher durch die Terrassen zum Anpflanzen gekennzeichnet ist.

Terrassen zum Anpflanzen von Gemüse und Getreide

Ein bisschen außerhalb des Hautteils der Ruine kommt man zu Inka-Brücke, welche einen Teil des früheren Inka-Trails, dem schmalen Bergpfad über den die Stadt von der Hauptstadt des früheren Inkareichs Cusco aus erreicht wurde. Da die Baumasse nicht mehr die stabilste ist und es neben der Brücke, welche eher ein langer Weg ist, einige hundert Meter steil bergab geht ist sie nicht begehbar.
Kaum vorstellbar, wie die Menschen früher die Strecke von mehr als 100km auf so einem Weg zurückgelegt haben.

Nachdem ich mein Lunch-Paket auf dem Hauptplatz der Ruinen-Stadt gegessen hatte und nette Bekanntschaft mit Lamas geschlossen hatte bin ich zurück gelaufen. So ging ein ziemlich anstrengender und lauf-intensiver Tag zu Ende.

Obwohl Machu Picchu so beliebt bei Touristen aus aller Welt, und sogar bei den Einheimischen (welche sonntags kostenlosen Eintritt haben), ist war ich echt enttäuscht von der „touristischen Infrastruktur“. Zunächst ist es relativ schwer sein Ticket zu bekommen, da das Büro welches sich eigentlich darum kümmern sollte wohl kein Wlan hat und somit unnütz ist. Drucker haben auch nur die wenigsten Hostels, wodurch die Touristeninformation in Aguas Calientes für viele Touristen ihre Tickets ausdrucken und teilweise noch buchen muss. Problem ist nur, dass die Angestellten so gut wie kein Englisch sprechen. Das gleiche gilt auch für die Leute, die in Machu Picchu beschäftigt sind.
Hinzu kommt, dass man keine richtigen Informationen über den Ablauf einer Besichtigung, den Weg oder die Ruinen-Stadt bekommt. Nirgends sind Flyer verfügbar und erklärende Schilder sucht man auch vergebenes.